Mein lieber Herr Gesangsverein, DAS was ne Woche…
4 Sünden kann ich mir in Woche 1 an die Backe nageln. 2 Ritter Sport Minis, 3 Joghuretten, und verteilt auf 2 Abende eine Tüte Chips. So richtig befriedigend war das aber nicht. Eher würde ich den Verzehr dieser Genußmittel neutral betrachtet als überflüssig werten. Wie ein Kropf, ein Hühnerauge oder ein Blähbauch.
Apropos Blähbauch:
Das war das absolut abartigste in der ersten Woche. Ich meine gut, als dicker Mensch hat man halt einen Bauch. Da ich aber insgesamt etwas athletischer gebaut bin, ist meiner nicht sofort ins Auge gefallen. Nach einer Woche Diät sah das aber ganz anders aus. Ich wusste ja, daß so etwas in der Art wahrscheinlich passieren wird, denn eine Ernährungsumstellung quittiert der Körper mit teilweise seltsamen Reaktionen. Der eine bekommt Pickel, der andere Haarausfall, oder ungehemmtes -wachstum… ich bekam einen Blähbauch.
In der Vergangenheit konnte ich beobachten, daß manche Lebensmittel diese Entwicklung scheinbar fördern. Reis, Nudeln… Obstsäfte, oder auch die ein oder andere Brotsorte. Allerdings ist es mir noch nie passiert, daß die Knopfleisten meiner Hemden so sehr unter Spannung stehen, daß ungehemmtes Einatmen diese nahe ans Sprengen bringen. In Meetings sind die Kollegen zum Teil in Deckung gegangen und ihr könnt es glauben oder nicht – ich musste einen Knopf an meiner Jacke annähen… gut, er ist nicht abgesprungen, hat sich aber so sehr geklockert, daß ich mich genötigt fühlte Nadel und Faden zu schwingen.
Am Wochenende hat sich der Blähbauch dann wieder etwas zurückgebildet und ist auf normales Niveau „geschrumpft“. Dies ging aber nicht einfach so… die Anzahl meiner Toilettengänge hat sich in den Tagen ungefähr vervierfacht, auch wenn diese teilweise nur mit viel Luft quittiert wurden. Die Geräuschentwicklung in der Magen/Darmgegend war mir zum Teil äußerst unangenehm. Wenn sich in einem totenstillen Zugabteil mit 6 Fahrgästen ein langgezogenes Knurren über 3 Tonlagen zieht und in einem nicht enden wollendem Blubbern seinen Höhepunkt findet, dann fühlt man sich schon etwas peinlich berührt. Ich murmelte dann so was wie „Pflaumensaft!“ und der Kreis nickte verständnisvoll…
Apropos Zugabteil: Ich bin ja jetzt schon einige Zeit mit meinem Elektrobike unterwegs. Es wiegt ungefähr 20kg und da ich morgens und abends das Baby diverse Treppen hoch und runter schleppen muss, ist es ein ganz gutes Fitnessprogramm.

Eigentlich war es mir anfangs irgendwie peinlich mit dem Ding herumzufahren. Ich meine, es hat schon etwas opimäßiges… keine Frage. Aber trotzdem ist es geil, wenn ich mit dem Klapprad durch die Gegend surre… es ist handlich, flitzig, angenehm und das Beste: es war nicht mal teuer! Gefunden habe ich es nach tagelanger Recherche im Onlineshop von rftec.eu in Österreich für schlappe 499EUR. Und jeder, der sich mit der Materie etwas befasst wird zugeben, daß das ein unschlagbarer Preis ist. Der Akku hält für etwa 26km und die Geschwindigkeit soll angeblich 25km/h betragen. Naja, das hängt wohl vom Körpergewicht des Fahrers ab… wie auch immer – schönes Teil und wer darüber nachdenkt sich so ein Baby zuzulegen: von mir gibt es eine klare Kaufempfehlung!
Aber wo wollte ich jetzt eigentlich hin?
Ach ja… Fressverhalten. Ich wurde auf meinen Ernährungsplan angesprochen und die Stimmen waren insgesamt relativ eindeutig: der ist nicht optimal.
Gut, ich habe ihn eigentlich nur an mein eigenes Fressverhalten angepasst. Morgens geht nicht so viel, mittags benötige ich mehr und abends ist der Heißhunger aufgrund der langen Zeit von Mittag bis Abend sehr hoch. Deshalb habe ich ein relatives normales Ernährungsprogramm gewählt mit dem einzigen Malus, daß es normale Portionen werden und die Fresserei nebenher eingeschränkt wird.
Wie auch immer, ich bin ja nicht tumb und deshalb habe ich mir die Kritiken angehört und für mich bewertet. Kohlehydrate am Abend… ja, ich kenne die Stories über low carb, no carb und so weiter und es mag ja sein, daß die Ernährungswissenschaftler damit recht haben, aber was ist denn die Alternative, insbesondere beim Abendbrot? Salat und Obst? Soll man ja auch nicht essen, da das Zeugs lange verdaut und der Körper damit in der nächtliche Ruhephase überfordert wird. Vertrakt!
Jemand, auf dessen Meinung und Rat ich sehr viel Wert lege, hat mir dann doch ein Nahrungsersatzprogramm empfohlen. Und zwar diese Multan Wellnesskost.
Ich stehe diesem Kram ja wirklich skeptisch gegenüber. Ob so ein Glas Milch mit 4 Löffeln Pulver wirklich eine Mahlzeit ersetzen können? Und wie reagiert mein Körper? Wieder mit Blähbauch? Ungehemmtes Magengepolter? Wird das mein Magen und auch mein Darm überleben?

ABER: Nachdem ich mir unterschiedliche Bewertungen auf unterschiedlichen Portalen dazu durchgelesen habe, wollte ich es probieren. Ich habe mir 2 Dosen bestellt, dazu noch ein Päckchen Appetitzügler der gleichen Firma und weil die Jungs und Mädels von MEDPEX ähnlich geil drauf sind, wie die Jungs und Mädels von AMAZON wurde der Krempel schon einen Tag später am Samstag angeliefert.
In der Beschreibung steht sowas wie, daß man mit dem MULTAN die ersten 3 Tage alle drei Mahlzeiten ersetzen sollte. Neeneeenee… also wenigstens einmal am Tag will ich das Gefühl haben in etwas reinzubeissen. Also ersetzte ich erstmal 2 Mahlzeiten. Das Frühstück – da bekomme ich eh kaum was runter – und das Abendessen.
Start: „Naja, worauf warten?“ dachte ich und begann gleich den Samstag!
Da es ja morgens war, als das Packerl ankam, machte ich mir gleich einen Frühstücksdrink mit H-Milch. Joa… ist auf jeden Fall nicht so schlimm, wie ich vermutete. Schmeckt etwas nussig, Konsistenz ist leicht sämig, aber gut trinkbar und den pelzigen Nachgeschmack kenne ich noch von den Fitnessdrinks aus meiner Kampfkunstzeit. Also alles gut.
Denn Samstag habe ich also mit MULTAN durchgezogen und mein Körper quittierte dies mit Magengeblubber und einem unterschwelligen Hungergefühl… was aber okay und gut durchzuhalten war. Den heutigen Sonntag mache ich eine kleine Pause und esse „normal“. Morgen geht es dann weiter.
Was noch? Ach ja… über die legendären Qype-Deals bin ich Mitglied im Deutschen Vegetarierbund VEBU geworden… hehe.. XD
Nicht, weil ich Vegetarier werden will (hatte ich in abspecken 1 ja schon erzählt), sondern weil ich mich einfach etwas „bewusster“ ernähren will.
Das Begrüßungspaket kam ebenfalls am Samstag und heute morgen habe ich mir den Wust mal genauer angesehen.
- 2 Kulis aus organischem Material (wenn dann ja auch richtig, wa?)
- ein Heftchen mit vegetarischen Urlaubspensionen Weltweit (echt cool und es interessiert mich wirklich wie ein vegetarischer Urlaub in Ägypten abläuft)
- ein Jutesack (war klar)
- ein weiteres Heftchen mit vegetarischen Restaurants in Deutschland
- die erste von 4 Ausgaben des Magazins „natürlich vegetarisch“ und
- ein Begrüßungsschreiben mit einem 10EUR Gutscheincode zum Einkauf im Onlineshop von ULMAFIT.
RESÜMEE:
Über 1100 Wörter für meine erste Woche. Gut, denke das wird nicht die Regel sein, denn ich habe diese Woche auch vieles „angeleiert“, was mir in den nächsten Wochen helfen soll. Laufen war ich dieses Wochenende noch nicht und Bock hab ich auch nicht drauf. Aber ich werde nachher mit meiner Tochter mal den Ingolstädter Auwaldsee unsicher machen, oder versuchen ein Waldstück zu finden, wo man auch mal länger als 30 min spazieren gehen kann, ohne Zaun oder Strasse.
Fressattacken oder Heißhungeranfälle hatte ich in dem Sinne nicht, ich würde diese Gelüste eher mit „Gewohnheitsfressereien“ beschreiben…. aber die sind leichter zu umschiffen, als wenn der Körper nach irgendetwas schreit und anfängt zu zappen, weil er jetzt unbedingt ‘ne Packung Pringles (würg) will.
In diesem Sinne – durchhalten und weitermachen!